GSW  STEUERBERATER • WIRTSCHAFTSPRÜFER

GSW Gönnecke • Siebenmorgen • Wasmuß Partnerschaft mbB Steuerberater • Wirtschaftsprüfer

Aktuelles aus Steuern und Recht

Ausgewählte Nachrichten aus Steuern und Recht - haben Sie hierzu Fragen? Dann nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf.


Infothek

Zurück zur Übersicht
Steuern / Einkommensteuer 
Freitag, 28.05.2021

Kein Investitionsabzugsbetrag bei beabsichtigter Anschaffung eines GbR-Anteils

Das Finanzgericht Münster entschied, dass bei beabsichtigter Anschaffung eines GbR-Anteils kein Investitionsabzugsbetrag (IAB) für bereits im Gesellschaftsvermögen befindliche Wirtschaftsgüter in Anspruch genommen werden kann (Az. 4 K 1018/19 E,F).

Im Streitfall war die Klägerin (Ehefrau) an einer GbR beteiligt, die zwei Photovoltaikanlagen auf angemieteten Dachflächen betrieb. In 2017 veräußerte die Klägerin ihren GbR-Anteil mit Wirkung zum 01.01.2018 an den Kläger (Ehemann). In ihrer Feststellungserklärung für 2016 machte die GbR für den Kläger wegen des geplanten Anteilserwerbs einen IAB nach § 7g Abs. 1 EStG i. H. v. 48.000 Euro geltend. Hilfsweise beantragten die Kläger (Eheleute) die Berücksichtigung dieses Betrages im Rahmen ihrer Einkommensteuerveranlagung für 2016. Beides lehnte das beklagte Finanzamt ab.

Die sowohl von der GbR als auch von den Eheleuten erhobene Klage hatte vor dem Finanzgericht Münster keinen Erfolg. Nach Auffassung des Gerichts ist u. a. der Kläger in diesem Jahr noch nicht an der GbR beteiligt gewesen – daher fehlt es an einer gemeinschaftlichen Einkünfteerzielung. Des Weiteren komme die Bildung eines IAB im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung der Kläger nicht in Betracht. Es fehle – bezogen auf den geplanten Erwerb der GbR-Anteile – bereits an der Anschaffung eines Wirtschaftsguts, da der Erwerb eines Anteils an einer Personengesellschaft einkommensteuerlich als Anschaffung von Anteilen an den einzelnen Wirtschaftsgütern des Gesellschaftsvermögens zu werten sei. Außerdem liege hinsichtlich der im Gesellschaftsvermögen der GbR enthaltenen Wirtschaftsgüter keine beabsichtigte Nutzung in einem Betrieb des Klägers vor.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig – die Revision ist beim Bundesfinanzhof anhängig (Az. IV R 11/21).

Zurück zur Übersicht

Die Fachnachrichten in der Infothek werden Ihnen von der Redaktion Steuern & Recht der DATEV eG zur Verfügung gestellt.