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Steuern / Einkommensteuer 
Montag, 11.05.2020

Veräußerung langlebiger Wirtschaftsgüter

Die im Laufe vieler Jahre angesammelten stillen Reserven – häufig nur aus Preissteigerungen – in langlebigen Anlagegütern werden bei einer Veräußerung dieser Güter in einem Jahr aufgedeckt und müssen dann mit dem normalen Steuersatz versteuert werden. Bei natürlichen Personen erhöht dies häufig auch noch den progressiven Steuersatz. Diese Auswirkung kann bei Anwendung von § 6b EStG aufgehoben oder zumindest weitgehend verringert werden. Die Vorschrift des § 6b EStG kann auf Antrag in Anspruch genommen werden, zum Anlagevermögen gehörende Grundstücke – unterteilt in Grund und Boden und Gebäude -, Aufwuchs auf dem Grund und Boden oder Binnenschiffe mit Gewinn veräußert werden.

Diese Wirtschaftsgüter müssen aber seit mindestens 6 Jahren als Anlagevermögen einer inländischen Betriebsstätte eines Betriebs ausgewiesen worden sein. Liegen diese Voraussetzungen vor, kann der entstandene Gewinn entweder auf im Veräußerungsjahr angeschaffte Anlagegüter der gleichen Art übertragen oder in eine gewinnmindernde Rücklage eingestellt werden. Diese Rücklage kann dann auf die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von innerhalb der nächsten 4 Wirtschaftsjahre angeschaffte Anlagegüter der gleichen Art übertragen werden. Abweichend davon können die aus der Veräußerung von Grund und Boden stammenden stillen Reserven auch auf Gebäude übertragen werden. Die 4-Jahres-Frist verlängert sich bei der Errichtung von Gebäuden um weitere 2 Jahre, wenn spätestens am Ende des 4. Wirtschaftsjahres mit der Errichtung des Gebäudes begonnen wurde.

Durch diese Übertragungsmöglichkeit wird die Versteuerung der stillen Reserven auf den Zeitpunkt der Veräußerung der neu erworbenen Wirtschaftsgüter verschoben oder sogar noch später, wenn für diese Wirtschaftsgüter wiederum neue angeschafft/hergestellt werden. Allerdings verringert sich bei Gebäuden und Binnenschiffen auch die AfA-Bemessungsgrundlage und damit die jährliche Abschreibung.

Die Rücklage kann auch gebildet werden, ohne dass ein Nachweis erbracht werden muss, dass eine Neuanschaffung geplant ist. Wird dann allerdings die Frist von 4 Jahren für die Investition nicht eingehalten, muss die Rücklage am Ende des 4. Wirtschaftsjahres, evtl. des 6. Jahres bei Gebäudeerrichtung, gewinnerhöhend aufgelöst werden und zusätzlich ein Betrag von 6 % p. a. von der Rücklage je Wirtschaftsjahr, in dem die Rücklage bestand, zum Ergebnis hinzugerechnet werden.

Die Rücklage ist personenbezogen, das bedeutet, bei Mitunternehmerschaften kann jeder Mitunternehmer für seine Beteiligungsquote entscheiden, ob er die Rücklage bilden will, ob er sie aus der Gesellschaft, in der sie gebildet wurde auf einen anderen ihm zustehenden Betrieb oder in eine andere Mitunternehmerschaft, an der er beteiligt ist, übertragen will. Das gibt dem Unternehmer eine sehr große Variabilität bei der Nutzung der Übertragungsmöglichkeiten.

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