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Steuern / Einkommensteuer 
Freitag, 08.05.2020

Abzug von Fahrtkosten der Großeltern zu den Eltern als Kinderbetreuungskosten möglich

Wenn bei einer ansonsten unentgeltlich erbrachten Betreuung – z. B. bei der Betreuung der Kinder im Haus der Eltern durch die Großeltern – ein Fahrtkostenersatz geleistet wird, ist dieser steuerlich zu berücksichtigen, wenn diesbezüglich klare und eindeutige Vereinbarungen zu Grunde liegen und der Fahrtkostenersatz durch Rechnungen belegt werden kann. So entschied das Finanzgericht Nürnberg (Az. 4 K 936/18).

Nach dem Gesetz seien zwei Drittel der Aufwendungen, höchstens 4.000 Euro je Kind, für Dienstleistungen zur Betreuung eines zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehörenden Kindes, welches das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten, als Sonderausgaben abzugsfähig. Voraussetzung für den Abzug sei, dass der Steuerpflichtige für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten habe und die Zahlung auf das Konto des Erbringers der Leistung erfolgt sei.

Zu berücksichtigen seien Ausgaben in Geld oder Geldeswert für Dienstleistungen zur Betreuung eines Kindes einschließlich der Erstattungen an die Betreuungsperson (z. B. Fahrtkosten), wenn die Leistungen im Einzelnen in der Rechnung oder im Vertrag aufgeführt werden. Wenn bei einer ansonsten unentgeltlich erbrachten Betreuung ein Fahrtkostenersatz geleistet werde, sei dieser zu berücksichtigen, wenn hierüber eine Rechnung erstellt werde.

Im Streitfall habe es jedoch an einem schriftlichen Dokument, das die Eltern des Klägers unterschrieben haben und dem sich entnehmen ließe, dass die Kläger den Eltern einen Betrag in Höhe von 1.283,04 Euro als Ersatz für getätigte Fahrten zur Betreuung tatsächlich geschuldet haben und dass dieser Betrag beglichen wurde, gefehlt.

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