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Steuern / Einkommensteuer 
Freitag, 04.06.2021

Gehört Managementbeteiligung zum Betriebsvermögen eines freiberuflich tätigen Unternehmensberaters?

Der Bundesfinanzhof hatte zu entscheiden, ob eine sog. Managementbeteiligung notwendiges Betriebsvermögen eines selbstständig tätigen Unternehmensberaters darstellt. Der aus der Veräußerung einer Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft erzielte Erlös führe nicht zu Einkünften aus selbstständiger Arbeit, wenn die Beteiligung nicht zum Betriebsvermögen der freiberuflichen Tätigkeit gehöre (Az. VIII R 21/17).

Geldgeschäfte von Angehörigen eines freien Berufs, zu denen auch die Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft zähle, würden nur in Ausnahmefällen in einem wirtschaftlichen Zusammenhang mit der freiberuflichen Betätigung stehen und könnten damit als betrieblich veranlasst angesehen werden. Bei der Ausübung eines freien Berufs stünden die eigene Arbeitskraft des Steuerpflichtigen sowie der Einsatz seines geistigen Vermögens und der durch die qualifizierte Ausbildung erworbenen Kenntnisse im Vordergrund. Das den freien Berufen zugrunde liegende Berufsbild begrenze und präge auch die einkommensteuerrechtlichen Begriffe der Betriebseinnahmen und des Betriebsvermögens, da diese nicht umfassender sein könnten als der durch das jeweilige freiberufliche Berufsbild geprägte Betrieb.

Nicht betrieblich veranlasst seien hingegen Beteiligungen, wenn sie gegenüber der freiberuflichen Tätigkeit ein eigenes wirtschaftliches Gewicht besitzen. Das sei z. B. der Fall, wenn es dem Steuerpflichtigen in erster Linie auf die Beteiligung bzw. Kapitalanlage ankomme und die Gewinnung von Aufträgen lediglich ein erwünschter Nebeneffekt sei. Für den Charakter einer Beteiligung als von der freiberuflichen Tätigkeit unabhängige Erwerbsgrundlage mit eigenem Gewicht spreche es auch, wenn aus der freiberuflichen Tätigkeit kein Anspruch auf den Erwerb der Beteiligung und einen anteiligen Veräußerungserlös erwachse, die Beteiligung zum Marktpreis erworben und veräußert werde und der Anteilsinhaber das volle Verlustrisiko aus der Beteiligung trage.

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