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Steuern / Einkommensteuer 
Mittwoch, 09.09.2020

Fehlende Einkunftserzielungsabsicht bei Vermietung einer als Homeoffice genutzten Wohnung - Badrenovierungskosten nicht abzugsfähig

Das Finanzgericht Köln entschied, dass bei einer Gewerbeimmobilie die Berücksichtigung von Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung (VuV) an einer fehlenden Überschusserzielungsabsicht scheitern kann (Az. 5 K 2225/18).

Die Beteiligten stritten darüber, ob die Kosten einer Badrenovierung als Werbungskosten bei den Einkünften aus VuV als Werbungskosten berücksichtigt werden können. Der Kläger war als Vertriebsleiter bei einer KG angestellt. Er und seine Ehefrau waren zu jeweils 50 % Eigentümer des Zweifamilienhauses. Das Haus bestand aus der von den Klägern selbstgenutzten Wohnung im Erdgeschoss und einer Wohnung im Souterrain. Die letztgenannte Wohnung wurde gemäß Mietvertrag vom 28.01.2003 umsatzsteuerpflichtig als Homeoffice an den Arbeitgeber des Klägers vermietet. Die Miete inklusive Mehrwertsteuer betrug 476 Euro. Mit der Einkommensteuererklärung für das Streitjahr machten die Kläger u. a. einen Verlust aus VuV in Höhe von 29.900 für die Renovierung geltend.

Das Gericht hielt die in Streit stehenden Werbungskosten nicht für abzugsfähig. Die für die Renovierung des Bades entstandenen Aufwendungen hätten nur als Werbungskosten berücksichtigt werden können, wenn eine Einkunftserzielungsabsicht bejaht werden könnte. Es handle sich hier um eine Gewerbeimmobilie, deshalb sei die Einkunftserzielungsabsicht ohne typisierende Vermutung anhand einer Überschussprognose festzustellen. Im Streitfall könne eine Überschusserzielungsabsicht nicht festgestellt werden. Der relevante Zeitraum für die Beurteilung umfasse die Veranlagungszeiträume 2003 bis 2016. Das Mietverhältnis hatte im Jahr 2003 begonnen und endete automatisch mit Beendigung der Tätigkeit des Klägers für die KG Ende des Jahres 2016. Im relevanten Zeitraum sei ein Verlust von 72.558 Euro angefallen. Diese Zahlen würden belegen, dass objektiv ein Totalüberschuss nicht möglich sei. Die Kläger hätten auch keinerlei Umstände dargelegt oder Berechnungen vorgelegt, die die Beurteilung ermöglichen würden, dass trotz der hohen Verluste ein Totalüberschuss zu erzielen und somit eine Überschusserzielungsabsicht anzunehmen wäre.

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